Rettende Fracht per Hubschrauber
Flugplatz Neuhardenberg mit zentraler Rolle |
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- Anfang Juli ist klar, dass die Überschwemmungen in Polen bis in die Oderregion
Auswirkungen haben werden.
- Am 10. Juli wird in allen Ämtern entlang der Oder ein Hochwasser-Bereitschaftsdienst
eingerichtet.
- Pegelstand am 17. Juli: 4,22 m. Der Pegel in Kienitz steigt täglich um fast
einen halben Meter. Die Ämter bereiten die Unterkünfte für Hilfskräfte
vor. Evakuierungen werden 18. Juli noch nicht erwartet.
- Bei einem Pegelstand von 5,93 m am 20. Juli wird die Evakuierung von Mensch und Tier
vorbereitet.
- Am 24. Juli wird der Einsatz von rund 2000 Bundeswehrsoldaten angekündigt,
Pegelstand - 6,04 m
- 30 Stunden kämpfen ab 25. Juli Hunderte um den Deich bei Hohenwutzen. Man gab
dem Deich fünf Prozent. Den Helfern gelang ein Wunder.
- Vom 29. Juli bis 4. August liegen vielerorts die Nerven blank. Einige Orte fürchten,
sie werden geopfert, um die große Flut zu verhindern. Die Helfer schuften Tag und Nacht.
- Am 29. Juli ordnet der Landrat die Evakuierung an - Pegel 6,26 m.
- Ab 3. August fällt der Pegel, liegt bei 6,16 m. Am 10. August wird die
Evakuierung aufgehoben, gibt der Krisenstab Entwarnung.
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Der Flugplatz Neuhardenberg
hat während des Hochwassers an der Oder, im Sommer 1997, eine zentrale Rolle
gespielt. Nur durch den unermüdlichen Einsatz der Bundeswehrsoldaten und
ihren Hubschraubereinsätzen konnte das Oderbruch vor einer unvorstellbaren Katastrophe
geschützt werden. Zeitweise waren auf dem Flugplatz bis zu 1000 Hilfskräfte im
Einsatz. |
Auf dem zentralen
Sandsackplatz lagerten teilweise bis zu 300.000 Sandsäcke, die mit Lkw auf die Landebahn
transportiert wurden. Mehrmals wurde das Personal der Bundeswehr ausgewechselt. Auch der
Bundeskanzler Helmut Kohl und Verteidigungsminister Volker Rühe überzeugten sich vor
Ort, von den heldenhaften Leistungen unserer Bundeswehrsoldaten, sowie der anderen
zahlreichen Hilfskräften und freiwilligen Helfern. |
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Die große Überschwemmung des Oderbruchs (1838)
Über 50 Jahre war das Oderbruch vor Überschwemmungen bewahrt geblieben. Da nahte im
Jahre 1838 das Unglück mit Riesenschritten. Schon während des ganzen Winters war der
Wasserstand der Oder ein außergewöhnlich hoher gewesen, und mit Bangen sah man dem Abgang
der mächtigen Eisdecke entgegen.
Am Abend des 15. März begann bei grauenvoller Dunkelheit unter dem Geheul wilder Frühlingsstürme
die erste Eisbewegung. Dieses Anrücken der starren Massen war jedoch nur von kurzer Dauer.
Ungeheure Grundeismengen führten alsdann in der Gegend des Zäckericker Zollhauses eine
Verstopfung herbei, die verhängnisvoll werden sollte.
Der Strom stieg infolgedessen mit großer Schnelligkeit, so dass bei Anbruch des 16. März, eines
Freitags, das Wasser stellenweise über die Dammkrone trat. Um 2 Uhr nachmittags begann der
eigentliche Eisgang mit entsetzlicher Gewalt. Mächtige Eisschollen wurden wie Bälle
durch die Luft geschleudert und stürzten mit donnerähnlichen Krachen gegen den hemmenden Damm.
Wortlos und bleich standen die Dammwächter, die unter Einsetzung ihres Lebens den Deich
zu schützen gesucht hatten, an dem tobenden Wasser und wurden sich diesen Riesenkräften
der Natur gegenüber ihrer Ohnmacht bewusst. Hoffnungslos wich der Mensch der Götterstärke;
müßig sah er seine Werke bewundert untergehen! Um 1/2 4 Uhr durchbrachen die Fluten bei
Alt-Lietzegöricke an drei Stellen den Damm, und schnell bedeckten Nacht und Grauen das Niederbruch,
in dem über 7000 Menschen gebangt und gehofft hatten.
Der Morgen des folgenden Tages sah an Stelle einer blühenden Landschaft eine wilde Wasserwüste,
bedeckt mit den Trümmern menschlicher Kunst und menschlichen Fleißes. Grauenvoll hallten die
Hilferufe der unglüchen Kolonisten die sich auf Dächer und Bäume gerettet hatten, über
die weite Wasserfläche. Zur Erleichterung des überschwemmten Bruches wurde der alte Oderdamm
bei Neu-Tornow unter großen Mühen durchstochen. Die Wogen füllten schnell das Bett der
alten Oder, durchbrachen bei Alt-Ranft den Außendamm und ergossen sich nun auch über
den Teil des Niederbruches, welcher nicht von der alten Oder umschlossen wird.
Eine entsetzliche Not herrschte allerorten. Von Wriezen, Freienwalde und Güstebiese aus befuhr man
mit Kähnen das Überschwemmungsgebiet, um den Bedrängten zu helfen, die in Lebensgefahr Schwebenden
zu retten.
Ein Kahn mit zwei Männern, einer Frau und zwei Kindern geriet in die Strömung des Durchstichs bei
Neu-Tornow und wurde von dem Strudel in die Tiefe gerissen. Im ganzen haben zwölf Menschen - nach
anderen Angaben nur sieben - den Tod in den Wellen gefunden. Langsam verlief sich die große Flut.
Dieser Dammbruch hat dem Oderbruche unermesslichen Schaden zugefügt. Viele Häuser waren
eingestürzt, der Weidendamm bei Freienwalde und der Rückstaudamm bei Neu-Glietzen zerstört;
Brücken und Schleusen waren beschädigt und viele tausend Morgen fruchtbaren Ackerbodens
versandet. Edle Menschenfreunde beeilten sich, die Not der unglücklichen Brücher zu mildern.
Die Wiederherstellung des durchbrochenen Oderdammes hat 100 000 Taler gekostet.
Hohe Anerkennung für sein mutiges Verhalten bei der Hochwassergefahr gebührt dem Besitzer Schüler
zu Altwriezen. Er befuhr mit einem Kahn die weite Flut und brachte den bedrängten und
gefährdeten Kolonisten, deren Hilferufe durch die grausige Nacht gellten, Rettung. "Weder
die Heftigkeit der Flut, noch das Durchbrechen der Eisfelder, noch die Gefahr des Umwerfen von
Bäumen in grauenvoller Finsternis" konnten den Mutigen von seinem Rettungswerk abhalten.
(Quelle Märkische Heimat 1920)
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Das Hochwasser 1947 (Aus Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung im Kreis Seelow)
Noch waren die Kriegsfolgen vor allem längs des Oderstroms nicht überwunden, da brach im Frühjahr eine Hochwasserkatastrophe von nie gekannten Ausmaß über das gesamte Oderbruch herein.
Der Winter 1946/47 war sehr streng und schneereich. Im Frühjahr 1947 begann die Schneeschmelze zuerst im Süden. Während die großen Schmelzwasser aus den Bergen kommend die Eismassen im Oberlauf der Oder aufbrachen, behielt die Eisdecke auf der unteren Oder noch ihre bisherige Stärke.
So kam es , dass sich das Treibeis in der Nacht zum 22. März um 0.00 Uhr vor dem Eisgang des Umflutkanals bei Kietz versetzte. Die Eismassen türmten sich übereinander. Die Eisbarriere staute binnen kurzer Zeit riesige Wassermengen, die den Oderdeich nördlich von Reitwein an 2 Stellen in einer Länge von über 100 m überfluteten. Die hinüber strömenden Wassermassen trugen im Verein mit den Eisschollen den Damm immer weiter ab, so dass um 3.00 Uhr die Schadenstelle schon eine Länge von über 1000 m angenommen hatte.
 
Mit einer Geschwindigkeit von 8 km in der Stunde ergoss sich anfangs die Flut über das Land. Die Oder wurde durch die Begradigung gezwungen, an der höchsten Seite des Bruches entlang zu fließen. Jetzt folgten die Wassermassen dem natürlichen Gefälle, und zwar der Stromlinie der "Alten Oder" über Manschnow, Gorgast, Golzow, Gusow, Quappendorf, Neutrebbin bis Wriezen. Eine andere Flutwelle nahm ihren Lauf im "Letschiner Hauptgraben" von Manschnow, Gorgast, Friedrichsaue, Zechin, Letschin, Sietzing, Thöringswerder nach Wriezen.
In Friedrichsaue hörte man den ganzen Tag ein stetes Rauschen. In den Abendstunden erreichte das Wasser den Ort. In Neuhardenberg gelangte das Wasser nur bis zur Ortsgrenze und blieb nördlich in den Gärten stehen.
Durch sofortige Sprengungen und den Einsatz eines Eisbrechers von Stettin stromaufwärts sollte ein schneller Abfluss der Wassermassen erreicht werden. Die provisorische Schließung der Deichbruchstelle bei Reitwein zog sich noch bis Mitte April hin.
Extremes Hochwasser im Winter 1981/82
In Schlesien war durch Tauwetter zum Jahreswechsel viel Schmelzwasser abgeflossen. Hinter Hohensaaten bildete sich ein Eisstau , der Pegelstand betrug 0,71 m über den jemals gemessenen Höchstwert. Der neuralgische Punkt war die Ostschleuse in Hohensaaten.
Bei einer Überflutung der Schleusentore wäre das gesamte niedere Oderbruch überschwemmt worden. Sogar aus größerer Entfernung sah man die hochaufgetürmten 60 cm dicken Eisschollen über dem Damm ragen. Die Dämme wurden ständig kontrolliert und alle Vorbereitungen für eine schnelle Evakuierung von Menschen, Nutztieren und Sachwerten getroffen.
Auf dem Flugplatz Marxwalde (Neuhardenberg) war eine Hubschrauberstaffel aus Brandenburg stationiert, um die Eisfelder bei Großneuendorf zu bombardieren. Sie kam jedoch nicht zum scharfen Einsatz.
Am 12. Januar hatte die deutsch-polnische Eisbrecherflotte begonnen, das Eis von der unteren Oder her aufzubrechen. Das Kerneis war bis zu 1 Meter dick, die Eisversetzung bis zu 3 Meter hoch. Am 27. Januar erreichten die Eisbrecher Hohensaaten. Das Wasser fiel in kürzester Zeit um 2 Meter. In den ersten Februartagen 1982 war die Gefahr vorüber.
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letzte Änderung 28. Oktober 2002
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